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ADHS und Schule

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Mitglied
Registriert: Jan 2009
Beiträge: 2
Hallo zusammen! Ich bin neu hier in diesem Forum. Mein Sohn - 6 Jahre - hat ADHS. Im Herbst soll er nun in die Schule gehen. Ich habe bereits die Schule darüber informiert. So wie es jetzt aussieht, soll er eine Art "Vorschule" machen. Danach stellt sich dann heraus, ob er weiter dort gehen kann. Eine zusätzliche Person wird nicht eingesetzt. Wie ich meinen Sohn kenne, wird es bald die "Katastrophe perfekt" geben.
Nachdem er bereits im Kiga viel hat auf sich nehmen müssen - keine Freunde, keine Geburtstagseinladungen, usw. will ich ihn eigentlich vor dem gleichen Dilemma in der Schule schützen.
Kann mir jemand raten, ob es da Schulen gibt, die auf ADHS-Kinder Rücksicht nehmen?
Danke und LG
Manu
Mitglied
Registriert: Dec 2008
Beiträge: 47
Hallo, ich weiß nicht wo du wohnst,aber ich kenne in Österreich keine Schule die speziell auf ADHS eingehen. Meine Erfahrung ist die, dass sich niemand richtig auseinandergesetzt hat und der ganze Druck auf meinem Sohn wie auch auf mir gelastet ist. Als Tipp kan ich dir nur geben,schau das du ganz ein gutes Verhältnis mit der Schule aufbaust. Das nächste ist,die Schule hat die Möglichkeit eine zusätzliche Person hereinzuholen,nicht die ganze Zeit aber als so eine Art Krisenintervention.Ich würde darauf bestehen bevor sich wieder die Situation so zuspitzt,dass er zum Ausenseiter wird. Lieber vorher reagieren danach wird es sehr schwierig. Wenn die Lehrer nicht darauf reagieren melde dich bei der Beratungslehrerin(hat normalerweise jede Schule eine)und lass nicht locker.Ich habe die ganze Volkschule nur Horror erlebt. Erstens haben die Lehrer kein Entwicklungspsychologisches Grundwissen und zweitens der Experte bist du und dein Sohn,sei hartnäckig,sie dürfen das nicht ignorieren.Nach meiner Erfahrung geschieht in der Schule nichts , außer das dein Sohn wie auch du den Druck ab bekommst .Natürlich muss man auch sagen sie haben die Möglichkeit gar nicht, durch die großen Klassenanzahlen usw.,aber sie können genauso Hilfe von außen holen und das wollen sie oft nicht,weil man ihnen auf die Finger schaut oder besser gesagt weil sie auch einen Beitrag leisten müssen und sich darauf einstellen wie auseinandersetzen und oft sind sie dazu nicht bereit,weil sie in ihrer Ausbildung nichts anderes gelernt haben außer Frontalunterricht,den Stoff durchbringen und das ist meiner Meinung, für viele Kinder der falsche Ansatz.Mein Sohn ist jetzt 11 Jahre alt und geht in eine Hauptschule,ich habe mich von Anfang an bemüht ein gutes Verhältnis aufzubauen und mit den meisten Lehrern ist mir das auch gelungen.Die Probleme sind da,wichtig ist wie man damit umgeht.Ich würde mir wünschen ,dass die Ausbildung der Lehrer neu überdenkt wird,weil da passt einiges nicht.Sorry,aber ich bin sehr geladen wenn ich höre eine Schule weigert sich Unterstützung zu holen.
Mitglied
Registriert: Feb 2009
Beiträge: 3
Hallo Manu,

bin auch neu hier im Forum.
mein Sohn ist diesen Feb. 6 geworden und das Thema Schule ist bei uns derzeit auch dominant. Wir haben kein festgestelltes ADS, aber mein Sohn hat eindeutig ein Problem mit der Aufmerksamkeit.
Wir haben uns nun für eine Integrationsklasse entschieden: hier werden "normale" Kinder mit Kindern mit Förderbedarf gemeinsam unterrichtet und es sind 2 Lehrer permanent in der Klasse. Unser Sohn wird sehr wahrscheinlich Förderbedarf benötigen, aber wichtig ist, dass er sich wohl fühlt, in der Klasse integriert ist und auf seine Bedürfnisse eingegangen wird. Frustration gleich zu Schulbeginn ist wohl das schlimmste was passieren kann. Ein Jahr Vorschule bringt meiner Meinung nach auch nichts - das Problem mit der Aufmerksamkeit verringert sich ja deswegen nicht.
Wenn du näheres wissen willst, kontaktiere mich. (ist das über diesen Beitrag möglich?)

lg,
Barbara
Mitglied
Registriert: Jan 2009
Beiträge: 2
Hallo Nelly und Barbara!
Besten Dank für eure Infos. Mittlerweile mußte auch ich schon feststellen, dass es in Österreich keine einzige Schule gibt, die sich mit ADHS-Kindern auseinander setzt. Dies wurde mir auch vom Bildungsministerium mitgeteilt. Es ist eigentlich schwach, dass wir Österreicher soooooo weit hinten sind. Bin mir sicher, dass eine Vielzahl von Kindern unter ähnlichen Sympthomen "leiden", und jedem könnte verstärkt geholfen werden.
Ich habe in den nächsten zwei Wochen ein Gespräch mit Direktoren verschiedener Schulen und dem Landesschulrat. Dieses Gespräch möchte ich jetzt noch abwarten. Eines bin ich mir aber sicher - ich bin hartnäckig - leicht wird man es mit mir nicht haben.
Ich hoffe, dass ich doch so manchen Direktoren die Augen öffnen und davon überzeugen kann, dass auch in Österreich mal umgedenkt werden muss. Abschieben ist immer leicht - aber umso schwerer haben es die Kinder in der Zukunft.
Danke nochmals für eure Unterstützung. Wenn ich Näheres weiß, lasse ich es euch über das Forum wissen.

LG
Manuela
Mitglied
Registriert: Feb 2009
Beiträge: 3
Hallo Manuela,

das Schulsystem in Österreich kann man leider nicht von heute auf morgen umkrempeln... ich habe hier leider schon einsehen müssen, dass das ein riesen Bürokratieapparat ist mit mehr oder weniger talentierten Personen...
Du allein kannst am besten beurteilen, wie dein Sohn auf einen normalen Schulbetrieb mit grossteils Frontalunterricht reagieren wird.
Ich sehe es halt zu Hause, wenn ich mit meinem Sohn Spiel mache oder ein Bandolino oder Minilük oder ähnliches u. ich sehe ihn im Vergleich mit Gleichaltrigen. Somit denke ich, dass er in einer "normalen" (was ist schon normal?) Volksschule hier im Ort wenig Chancen hat, sein Selbstbewusstein zu stärken und zu lernen, so wie er lernen kann.
Das wichtigste ist, dass es dem Kind gut geht und dass man das Kind nach seinen Möglichkeiten fordert und fördert. Ich finde es ganz wichtig, dass man als Elternteil seine inneren Einstellungen und "Sehnsüchte" überdenkt wenn man so ein Kind hat. Jeder will, dass sein Kind gute Leistungen bringt und dass das Kind im Leben etwas erreicht (Optimum: Uni... etc.)
Für uns ist klar, dass unser Sohn in einer Integrationsklasse in einer sehr guten Schule (ist mit etwas Fahrerei verbunden, aber ok) gut aufgehoben ist. V.a. auch wegen dem sozialen Aspekt - wie du schon sagst - Geburtstagseinladungen etc. in einer Klasse mit 2 Lehrern können sie viel besser kontrollieren, dass Kinder mit ADS oder ADHS nicht von den anderen unterbuttert werden - und das ist mir auch wichtig, weil Kinder können ja grausam sein.

So dass war recht viel und jetzt ist Schluss... aber wenn du etwas herausfindest oder erreichst gib mir bitte bescheid.

lg,
Barbara
Mitglied
Registriert: Jun 2010
Beiträge: 1
Hallo Manuela!
Habe heute diesen alten Bericht von dir gelesen bezügl. deinem Kind mit ADHS.
Mein Sohn wird im August 7 Jahre und er war jetzt in der ersten Klasse. Bei ihm ist jetzt auch ADHS diagnostiziert worden. Da er in seiner Klasse auch schon eher zum Außenseiter wurde, würde mich jetzt interessieren, wie es euch heute geht. Der Bericht war je vom Feb. 2009.
Vielen Dank für die Antwort.
Claudia

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