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UNTERSCHRIFTSAKTION BEIM STADTSCHULRAT FÜR WIEN

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Registriert: Oct 2006
Beiträge: 33
Wir ersuchen alle, denen es ein Anliegen ist, dass Kinder/Jugendliche mit ADHS in der Schule in Österreich ernst genommen werden und eine passende Unterstützung erhalten, unsere Unterschriftsliste auszudrucken (siehe SCHULE-Seite), diese zu unterzeichnen und an uns zu schicken.

DER BRIEF UNSERER MITGLIEDER FRAU ELISABETH RATZER UND HERR HERBERT PRAGER AN DEN STADTSCHULRAT FÜR WIEN:

Elisabeth Ratzer
Herbert Prager
Anningerweg 5
1100 Wien
Wien, 18-02-2009



Sehr geehrte Frau Dir. Kunz! Sehr geehrter Herr RR BSI Felsleitner!


Mein Lebenspartner – Hr. Prager – schrieb im Rahmen der Wahlen an alle politischen Parteien, da wir als Eltern (wie auch andere Betroffene der Selbsthilfegruppe ADAPT) die Erfahrung machen, dass es für AD(H)S Kinder keine adäquate Lernunterstützung an Wiens Schulen gibt. Der Brief an Fr. Bundesministerin Schmied wurde an die Integrationsberatungsstelle, Fr. Mörwald weitergeleitet. Fr. Mörwald hat mich in ihrem Schreiben vom 4.11.08 an sie zurückverwiesen.


Sofern uns bekannt ist, haben leider die LehrerInnen in Wien auch in ihrer Ausbildung weder Seminarangebote dazu noch die Möglichkeit sich kompetente Unterstützung von außen bei „schwierigen“ Kindern zu holen.
Mit meinem Sohn Benjamin mache ich ja bereits selbst diese leidigen Erfahrungen. Er ist nun mittlerweile zum 2. Mal in einem SPZ, da er in der Regelschule nicht bestehen konnte. Seitens der Selbsthilfegruppe Verein ADAPT und auch unsererseits wäre es uns sehr wichtig, dass:

 die Lehrerinnen die Möglichkeit im Rahmen einer bezahlten Fort- und Weiterbildung erhalten, bezüglich der speziellen Lernprobleme geschult und informiert zu werden. Wir wissen aufgrund der Erfahrungen in Graz und Deutschland, dass es spezielle Lernzugänge und daher auch Methoden braucht, um diese Kinder nicht als Grenzgänger oder Sonderschulkinder zu beschulen. Hiefür ist es aber auch notwendig, dass die LehrerInnen seitens der Ausbildungsstellen professionelle Hilfsangebote erhalten um nicht hilflos, wie wir es ja auch sind, zu bleiben. Konkret eine bessere Zusammenarbeit Eltern – Schule, u.a. im Bezug auf Hilfestellungen für die Eltern und deren Kinder aufgebaut wird.
 Ansprechpersonen in der Steiermark: OA Dr. Kaschnitz – Kinderklinik LKH Graz, Fr. Karelly Katherina – Homepage: members.hiway.at/elterntreffpunkt-adhs-kinder, heinz.karelly@utanet.at

 auch in SPZ Klassen Nachmittagbetreuung angeboten wird, da viele Eltern einfach nicht in der Lage sind, ihren Kindern diese Möglichkeit zu eröffnen.
 Musikunterricht und vermehrte Bewegungsangebote auch in allen SPZ Klassen möglich gemacht werden, da viele ADHS Kinder musisch veranlagt sind, und einen höheren Bedarf an Bewegung haben und so auch zu Erfolgserlebnissen kommen könnten.

Wir wissen durch die ADHS Forschung, dass gerade diese Kinder häufig Merk- und Lernschwächen (meist sind auch zusätzlich noch Teilleistungsschwächen wie Legasthenie, Dyskalkulie vorhanden) haben. Es kommt daher häufig zu einem Verweigerungsverhalten aufgrund ihrer Überforderung mit den herkömmlichen Lehr- und Lernmethoden.

Wir wissen auch, dass diese Kinder schwer motivierbar sind, herkömmliche Lernmethoden meist ungeeignet und Misserfolge vorprogrammiert sind.

Daraus resultiert, dass sowohl Eltern als auch Kinder mit dem schulischen Bereich überfordert sind und auch diesbezüglich derzeit keine Hilfestellungen angeboten werden können, da ja auch das Lehrpersonal keine Erfahrung und Ausbildung mit ADHS hat.
Weiters stellte sich nun auch heraus, dass es keine Legasthenieförderung im SPZ gibt, also wieder Kosten, die viele Eltern und auch wir nicht mehr aufbringen können, zusätzlich anfallen. In der Regelschule wird aber sehr wohl Legasthenietraining angeboten. Nicht nur, dass unsere Kinder schwächer sind, werden auch Angebote nicht gestellt.

Die Erfahrungen zeigen daher auch, dass der Umstieg in die Regelschule kaum funktioniert, da ja Fördermaßnahmen und bestimmte Unterrichtsfächer einfach fehlen!

Nicht nur ich, sondern auch der Verein ADAPT möchten hiermit nochmals darauf hinweisen, dass es unerlässlich ist sich mit Best Practice Schulen z.B.: in Deutschland auszutauschen, um rasch geeignete, motivierende und lebbare Schulstrukturen zu schaffen.

Bezüglich unseres Sohnes Benjamin wäre es wichtig, ihm Lernen zu lernen. Wir sind keine Pädagogen, doch brauchen wir Hilfe und Lernblätter von der Schule, um ihn gut unterstützen zu können. In der Steiermark gibt es bereits ein Projekt mit dem Namen SOLE – in diesem Projekt werden Eltern und Kinder in der schwierigen Lernsituation von Lernpädagogen adäquat unterstützt. Soweit uns bekannt ist, gibt es in Wien kein von der öffentlichen Hand unterstütztes Lerncoaching und auch keine dafür ausgebildeten Fachleute.

Des Weiteren braucht Benjamin ein Legasthenietraining, und ich bin der Meinung, dass in einem SPZ alle Fördermaßnahmen auch zur Verfügung stehen sollten. Wie sollen denn sonst unsere Kinder bzw. Benjamin die weitere Schullaufbahn schaffen?

Wir wissen von den Kliniken LKH Mödling, LKH Graz, dass die Zahl dieser Kinder sehr zunimmt, weil es letztendlich jetzt mehr erkannt wird und es bisher leider seitens der Bildungseinrichtungen keine kompetente Unterstützung gibt. Ich würde mir wünschen, dass Seitens des Stadtschulrates geeignete Fort- und Weiterbildungsangebote für das Lehrpersonal zur Verfügung gestellt werden.

Life Coachings vor Ort haben sich beispielsweise in anderen Ländern sehr bewährt.
Mir ist sehr wohl bekannt, dass es in Wien kaum geeigneten TrainerInnen gibt, jedoch kommen die Grazer auch nach Wien und Gerhard Spitzer – Kiddy Coach der in Wien arbeitet - hat auch gute Erfolge. (www.kiddycoach.or.at, SCHILFs mit Doz. Spitzer zu buchen über die PH – Wien, Fr. Veronika Rampetsreiter). Ich bin sicher, dass für diese Frage auch seitens der Selbsthilfegruppe ADAPT sehr gerne Kontaktadressen zur Verfügung gestellt werden.

Wir sind sehr daran interessiert mit ihnen gemeinsam an diesem für unsere Kinder wichtigen
Projekt zu arbeiten und würden uns über ein persönliches Gespräch sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Ratzer

ergeht nachrichtlich an:
Frau Bundesministerin Dr. Schmied
Stadtschulrat für Wien, Frau Mag.a Dr.Brandsteidl
Verein ADAPT

Unterschriftenliste unten wird nachgereicht

SIEHE SCHULE-SEITE FÜR DIE UNTERSCHRIFTSLISTE!
Mitglied
Registriert: Mar 2009
Beiträge: 5
hallo,
ist da eigentlich etwas herausgekommen?
(ich wuerde es hoffen!)

liebe gruesse,
mm12
Mitglied
Registriert: Aug 2010
Beiträge: 3
Hallo,

mich würde auch interessieren, wie der Stand der Dinge ist!!

Liebe Grüße,
Eva

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