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Rat und Hilfe für Schule bzw. Aus/Weiterbildung??

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Registriert: Mar 2009
Beiträge: 1
Hallo!

Habe mich soeben registriert, weil ich nicht mehr weiß, was ich mit meinem Sohn (15 Jahre alt und vor etwa 5 Jahren wurde ADHS diagnostiziert) machen soll??

Kurze Zusammenfassung:

Als Kind war er total brav und unkompliziert; konnte schon sehr früh Zahlen und Buchstaben erkennen und benennen (etwa mit 2 Jahren) und im Kindergarten hat nicht die Kindergartentante, sondern er den anderen Kindern Geschichten vorgelesen.

In der VS haben dann die ersten Probleme begonnen, weil er nicht mitgemacht hat. Nach 2 Jahren haben wir dann VS gewechselt und es wurde um einiges leichter.

Nach der VS haben wir ihn ins Gymnasium gesteckt - was von der Intelligenz auch absolut kein Problem ist/war - doch nach etwa 5 Monate ist er von der Schule geflogen, weil er in allen Fächern - außer Englisch - nix gemacht hat, nur Löcher in die Luft gestarrt hat und stur bis zum Umfallen war. Bereits zu dieser Zeit (etwa 10 Jahre) hatte er die ersten Suizidgedanken.
Gut, dann ging er in eine KMS und hat die Schule fertig gemacht.

Während dieser gesamten Zeit sind wir von A zu Z gelaufen, haben diverseste Test - beim Stadtschulrat, bei Psychologen, im AKH, bei Psychiatern, usw. - absolviert, wo eigentlich nichts essentiell Neues festgestellt wurde; außer, daß er eben überdurchschnittlich begabt ist.

Nachdem er weder Lust hat eine Schule weiter zu machen, noch einen Beruf - abgesehen davon, daß wir gar nicht wissen, welchen - zu ergreifen, geht er jetzt seit September in eine HASCH, damit er das 9. Schuljahr absolviert.
Das Semesterzeugnis war eine einzige Katastrophe (5 Fächer negativ von 10) - somit kann man sich ausrechnen, wie das Jahreszeugnis aussehen wird, mit welchem er sich dann um einen Ausbildungsplatz bewerben sollte :'(

Gestern dann die Spitze des Eisberges: Anstatt in der Früh in die Schule zu gehen, ging er (anscheinend) auf direktem Wege zum Jugendamt und meinte, daß er nicht mehr zu Hause wohnen/leben möchte. Grund dafür gibt es eigentlich nicht wirklich... Denn ich denke, daß kleinere Diskussionen (z.B. warum muß man in der Früh aufstehen) in diesem Alter völlig normal sind.

So, jetzt ist er - AUF EIGENEN WUSCH - in einem Krisenzentrum untergebracht, wo er für max. 6 Wochen bleiben kann.

Meine Frage nun: Was kann ich noch machen?? Welche Schule wäre angebracht und passend, wo könnte er sich wohl fühlen?? Wäre eventuell ein Internat das Richtige??

Wer hat vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und hat Tipps für mich???

Eines hab ich noch vergessen: eine Zeit lang hat er Ritalin genommen, wodurch es auch etwas besser wurde. Dann wurde er auf Concerta umgestellt, weil der Arzt der Meinung war, daß diese besser wären. Doch im Moment nimmt er absolut keine Medikamente, weil er nicht will.

Ich bin für jeden noch so kleinen Hinweis, Tipp, Rat, Erfahrung, ... dankbar!!


LG

Silva
Mitglied
Registriert: Feb 2009
Beiträge: 3
Hallo Silva,

ich lese gerade ein Buch von der Danielle Steel "Sein strahlendes Licht" in welchem sie über ihren Sohn Nick (war tatsächlich ihr Sohn!) schreibt. Ich bin erst am Anfang von dem Buch doch was was du da beschreibst findet sich auch in ihrem Buch wider. Extrem intelligentes Kind - ihr Sohn hat sich dann mit 19 Jahren das Leben genommen und sie hat das Buch geschrieben für andere Eltern und das man evtl. solche Schicksale vermeiden kann. Wobei ihr Sohn eher manisch depressiv war aber auch Symptome von ADS hatte.

Auf alle Fälle muss man die Suizidgedanken sehr ernst nehmen. Vielleicht kann dir das Buch weiterhelfen.
Sonst fällt mir leider nichts ein, ausser das man sich von kompetenter Stelle (Psychologen ?, Selbsthiflegruppen?) Unterstützung holt.

lg,
Barbara
Mitglied
Registriert: Dec 2008
Beiträge: 47
Hallo,ich kann dich sehr gut verstehen,das du nicht mehr weiter weißt.Mein Sohn 11,5 hat ADHS und ist vor einem Jahr auch sehr stark suizidgefährdet gewesen.Er stand am Fenster ich konnte ihn gerade noch reinziehen.Ich ging mit ihm in eine Kinderklinik,die konnten mir auch nicht richtig helfen,danach bekam ich eine Überweisung zu einen Kinderpsychiater der ADHS mit sozialer Störung diagnostizierte.Ich wollte das damals nicht wahr haben und dachte mir ich schaffe das alleine.Es waren Ferien und ein Schulwechsel,dachte ich ist die Rettung.Die Suizidversuche hatte er dann Gottseidank gelassen.Er hatte extreme Probleme in der Schule,war der totale Ausenseiter wurde von Seiten der Lehrer und Eltern massiv angegriffen und ich glaube,das konnte er nicht verkraften.Die neue Schule gefällt ihm sehr gut aber die Probleme sind die gleichen und als draufgabe fängt er jetzt an gewisse Fächer zu verweigern,wir haben einen Termin für eine stationäre Aufnahme in ein Heilpädagogisches Institut und machen jetzt eine ambulante Familientherapie.(sehr anstrengend,aber gut) Raten kann ich dir auch nichts,aber das er jetzt in das Krisenzentrum gegangen ist,finde ich nicht mal so schlecht,dort gibt es sicher auch Strukturen und Regeln.Er kommt sicher wieder zu dir und dann würde ich versuchen in Form vielleicht eines Familientherapeuten einen Zugang zu ihm zu suchen.Ich glaube das ist Momentan das Hauptproblem,lass die Schule mal im Hintergrund,einen Schritt nach dem anderen.Ich weiß es ist leicht gesagt,aber ich glaube zuerst muss die emotionale Ebene passen bevor man alles weitere versucht.
Mitglied
Registriert: Sep 2008
Beiträge: 55
Hallo, Ihr habt doch sicher eine/n SozialarbeiterIn zugeteilt bekommen? Da würde ich einhaken, nachdem der "junge Herr " ja scheinbar nicht mehr gesprächsbereit ist. Ein guter Kontakt zur Jugendwohlfahrt schadet nicht, dann wissen die auch gleich, was mit ihm los ist. Das Wichtigste scheint mir auch, ihn wieder zu "erwischen", wieder Zugang zu finden. Ich finde es auch nicht so schlimm, wenn er einmal in einem Krisenzentrum wohnt, da wird sicher versucht (ich hoffe, ich bin jetzt nicht naiv), ihm Strukturen für sein weiteres Leben zu verpassen. Aber eigentlich schon ein starkes Stück, marschiert zur Jugendwohlfahrt, Wahnsinn. Vielleicht sollte er ein ADHS-Buch lesen, er ist alt genug. Möglicherweise findet er durch sein ADHS seine Berufung (es müsste eh mehr Neurologen oder Kinderfachärzte geben, die sich auf ADHS spezialisieren).
Meine ADHS`ler sind zwar erst 11,5 (schwer depressiv) und 5, aber ich verstehe Eure Problematik, das ist genau das, wovor ich mich fürchte, das Kind hat alle Voraussetzungen, es bräuchte nur mit dem Finger zu schnipsen und will aber nicht! Selber reisst man sich den ... auf (Entschuldigung) und es scheint alles umsonst. Am schlimmsten ist, man muss zusehen, wie das Kind entgleitet.
Was ist mit einer HTL oder Fachschule (dann hätte er gleich einen Beruf)? Ist er technisch begabt?
Erst kürzlich haben mein Mann und ich über "Internat" gesprochen, mein Mann meinte, das wäre nicht gut, weil man da nur mehr wenig Zugriff aufs Kind hat und der Weg in der Freizeit freistehen würde zu Alkohol, Drogen,..., das kann man zu Hause besser überprüfen.
Hoffentlich bringen die Mitarbeiter des Krisenzentrums ihn dazu, wieder seine Medikamente zu nehmen, das wäre dringend notwendig. Mein Großer nimmt Medikamente und besucht auch das Gymi, ohne Medikas wäre er wahrscheinlich in der Sonderschule gelandet.
Stahlharte Nerven! LG
Buchtipp (für den Sohn): "Hochrisiko ADHS Plädoyer für eine frühe Therapie" Kirsten Stollhoff (Hrsg.), Wilma Mahler, Karin Duscha

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