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ADS, Ritalin & die Psyche

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Registriert: Feb 2007
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Hab Ritalin verordnet bekommen; bin aber sehr skeptisch.
1. Weil ich nicht glaube das es nur positives bewirkt, denn alles hat 2 Seiten und
2. weil die Langzeitfolgen so weit ich informiert bin noch nicht erforscht sind.

Warum wünschen sich so viele ADSler Ritalin? Damit sie der Norm besser angepasst sind? Damit sie leichter durchs Leben kommen? Haben wir nicht auch besonderen Sinn & Zweck in der Gesellschaft.

Außerdem hängt bei mir oft die psychische Verfassung mit meinen ADS-Erscheinungen zusammen. Klar, ich bin sehr sprunhaft, manchmal in Träumen versunken und vieles mehr, was genau auf die typischen ADS-Symtome passt;

Aber das ist meine Realität und ich habe so viele Freunde denen es ähnlich geht. Auch alle ADSler?
Also mir erscheint zur Zeit als hätten mindestens 1/3 der Menscheit ADS!?

Ist es sich nicht etwas zu leicht gemacht ein Tabletterl zu schlucken und die Probleme zu umgehen? Klar, ich bin für Büroarbeit nicht so geeignet weil sie stink langweilig ist, aber was Pionierarbeit betrifft sind wir doch alle Asse!!!

Wenn das Adenalin steigt und die Faszination groß ist Neues zu schaffen.

Im Lesen und Schreiben hab ich mir schon in der VS schwer getan (mein einziger 2er neben meinen 1ern :). Im Gym wollte mir mein Deutschprofessoer Legastenie unterjubeln. Dann hab ich die Schule gewechselt und später mit einem 1er in Deutsch maturiert, auch mit Rechtscheibschwäche und ...
Ich vertipp mich heut noch ständig & vertausche Buchstaben.
Mein Rat in der Rechtschreibung: Nochmal durchlesen & ausbessern ;)


Ich weiss einfach generell nicht was ich von der "Abstempelung" -ADSler sein- halten soll. Auch halte ich nix davon alles durch eine Tablette "wieder gut" zu machen. Bin gern ADSler, auch wenns oft ziemlich anstrengend ist!

Und die Vorstellung für immer an dieses Medikament gebunden zu sein nervt mich ungemein.
Dann hat men sich dran gewöhnt "normal" zu sein und will es immer wieder?

Mein Psychiater will mich, wie mir scheint, unbedingt von Ritalin überzeugen; das nervt und macht mich unsicher.

Meine kleine Schwester (jetzt 19) hat sich vor einiger Zeit in psychiatrische Behandlung begeben wegen Selbstmordgefährdung und durfte viele Medikamente testen. Sie war über 2 Monate in 2 Kliniken und meiner Meinung hat sich ihre Lebenssituation durch die Aufenthalte, die psychiatrisch Behandlungen und die Medikamente wesentlich verschelchtert.

Hab am Di mit Ritalin begonnen; eine 1/4 Tablette. Zunächst nicht viel bemerkt. Am Tag darauf 1/2 Tablette um 10Uhr. auch nicht viel Veränderung bemerkt.
Um 14 Uhr hab ich dann eine Freundin getroffen die ich sehr selten sehe und habe zum Tee und 1/2 l Wasser ein 1/8l Rotwein geschlürft.
Dann ging ich Essen.
Um 16Uhr hab ich dann wieder 1/2 Tabeltte eingenommen und bekam arge Kopschmerzen & Schwindel bis in die Nachtstunden.
Warum hab ich nicht an den Beipackzettel gedacht? Blos kein Alk, vermutlich war das der Kopfschmerz-Grund; dabei trink ich so selten welchen und da hab ich vergessen :?

Heut hab ich wieder nur eine 1/4 Tablette geschluckt (ca. um 9Uhr) und seit 12 hab ich wieder Kopfschmerzen, nicht so arg wie gestern aber,ich hatte vor dieser Woche so gut wie nie Kopfweh. :(

Vergeht das Kopfweh vom Ritalin nach mehrmaliger Einnahme? Oder soll man dann auch die Einnahme verzichten?

Mir ist das alles unsympathisch; ich will mein Leben gern ohne Tabletten in den Griff bekommen!

Außerdem hab ich einen Artikel gelesen der besagt, dass es in den USA Schulen gibt in denen 90% der Schüler mit Ritalin "gefüttert" werden und die erlernten Dinge nur ins Kurzzeitgedächtnis wandern und nicht ins Langzeitgedächtnis mit Ritalin und der IQ dadurch in Zukunft immens fallen wird.
siehe unter: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/DrogenGesamt.shtml
ziemlich weit runterscrollen! Untester Artikel von: "Ritalin"

Lg, die im Moment ziemlich irritierte,
Julia
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Registriert: Feb 2007
Beiträge: 10
Ort: Kufstein
Hallo Sonnenschein!

Eigentlich bin ich schon sowas von bettreif! Aber wenigstens in aller Kürze möchte ich doch auf Dein Posting reagieren.

Deine Fragen und Unsicherheiten kann ich gut verstehen.
Teilweise fehlt Dir einfach noch die eine oder andere Information, teilweise muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

Ich bin jetzt ehrlich gesagt zu faul, Dich auf anderen Threads zu suchen...
Deshalb meine Fragen: Wie alt bist Du, und aus welchem Eck schreibst Du?

Ich (wohne in Tirol) habe - Gott sei Dank! - einen tollen Coach gefunden. Sie beantwortet mir solche Fragen, wie sie Dich gerade beschäftigen und zeigt mir - sowohl für mich, als auch für meine Kinder - die nächsten Schritte.

Einige Deiner Fragen werden, kommt mir vor, auch in einem Buch sehr einleuchtend beantwortet, das ich gerade gelesen habe: "Große Hilfe für kleine Chaoten" von Roswitha Spallek. Owohl der Titel nicht danach klingt - auch als Erwachsener finde ich darin viel Hilfreiches für mich.

Allerdings ist nicht alles, was sie schreibt, unumstritten (sie findet z.B. Festhaltetherapie gut - vielleicht aber auch nur in einer abgewandelten Form)...
Jedenfalls möchte ich bald mit unserem Coach darüber reden, was von ihren Aussagen zu halten ist (warte noch auf einen Rückruf).
Wenn es Dich interessiert, kann ich Dir ja nachher berichten, was dabei herausgekommen ist.

Eine Frage, die sich mir beim Lesen Deines Postings aufgedrängt hat: Du schreibst, dass Du eigentlich ganz glücklich bist, mit Deinem ADS - oder habe ich das falsch verstanden? Dann ist mir nicht ganz klar, warum Du überhaupt zum Psychiater gegangen bist...? Ich glaub' da fehlt mir ein "Baustein" zwischendrin...
Der Grund, eine Therapie zu beginnen, ist doch normalerweise ein gewisser Leidensdruck...

Falls es stimmt, was ich mir vorstelle: dass Du noch relativ jung bist, und eventuell in Zukunft Familie haben wirst, möchte ich meine diesbezüglichen Erfahrungen an Dich weitergeben:

Ich habe wohl ein nicht allzu stark ausgeprägtes ADS. Es gab zwar in meiner Kindheit einige Komplikationen wegen Verträumtheit und Vergesslichkeit, aber auch ich hatte fast lauter Einser in der Volksschule (bei mir gab's den einzigen Zweier in Handarbeiten - diese blöden Fäustlinge!!! :x ;) )

Ich eignete mir dann verschiedene Strategien an, mit deren Hilfe ich meinen Alltag trotzdem bewältigen konnte. Für mich alleine hätten die wahrscheinlich gereicht. Nur habe ich mich inzwischen "multipliziert": Ich habe einen lieben, aber auch recht chaotischen Mann (ADSler ziehen sich oft an), und drei ADS-Kinder. Und für fünf "Narrische" reichten meine Strategien auf die Dauer nicht aus.

Ich dekompensierte zusehends in Sachen Haushalt und konsequenter Leitung meiner Kinder. Im letzten Herbst erkannte ich, dass ich in eine ernsthafte Depression gerutscht war. Ich bekam Antidepressiva, die zwar meine Stimmung aufhellten, aber nicht gegen das Grundproblem halfen. Erst über die schulischen Schwierigkeiten meines Sohnes erkannte ich, dass ADS die Ursache für das alles war.

Ich bekomme Medikamente, auf die ich allerdings noch nicht ideal anspreche. Deshalb werde ich demnächst wechseln. Ich bin sicher, dass ich das Richtige finden werde. Meinem Sohn hilft Ritalin aber sehr gut...

Ohne Dich jetzt von diesem Forum "abspenstig" machen zu wollen: Ein wenig mehr Echo wirst Du wahrscheinlich hier finden: http://ads-hyperaktivitaet.de/index.html. Da ist das Forum viel lebendiger. Aber nebenher sollten wir versuchen, dieses lebendig zu halten, gell? ;-)

Ähm - hab' ich was von "kurz" geschrieben? War wohl ein Irrtum...

Ich hoffe, dass Dir mein "Roman" ein wenig weiterhelfen konnte.
Ich schau' hier regelmäßig rein...

Liebe Grüße!

Agnes
Mitglied
Registriert: Feb 2007
Beiträge: 24
Danke Agnes, dass du dich spät Nachts noch bemüht hast! :)

So jung bin ich nun auch wieder nicht. 27!
Mein Problem ist im Moment die Fertigstellung meiner Diplomarbeit. Ich hätte jetzt im Mai zum 3.Mal die Möglichkeit sie abzugeben aber dazu müsst ich sie mal niederschreiben.
Ich hab schon sehr viel dafür die DA geabeitet, recherchiert, Interviews geführt und vieles mehr.
3 Monate intensivste Arbeit hab ich zu Beginn geleistet, denn ich neige manchmal zur Perfektion. Nur mit dem Niederschreiben komme ich nicht weiter, schon über 1 Jahr :(
Klar, nach den 3 Monaten waren auch einige Umstände (Schwester psychisch erkrankt, Cousin, der wie ein Bruder für mich ist psychisch erkrankt, Beziehungsende mit meinem Freund) die mich in eine schwere Depression geführt haben.
Allerdings war meine Lebensgeschichte bisher fast immer ausgesprochen turbulent und ich neige dazu in Traurigkeit, Depression und eine gewisse "Starre" zu verfallen.
Aber jetzt gehts wieder besser, nur habe ich eine ärztliche Bestätigung gebraucht zum Verschieben des Abgabetermins und bin deshalb zum Arzt.
Er meinte ich quäle mich unnötig herum und soll Tabletten schlucken (das nennt er mit ihm zusammenarbeiten), weil die Ursache ADS ist.


Hab jetzt überlegt zu einer homöopatischen Psychiaterin zu gehen oder mir einen Coach zuzulegen (neben dem Diplomandencoach von der psychologischen Studentenberatung).

Den Arzt würd ich auch deshalb gern wechseln, da der eine ja nur Tabletten unterstützt von denen ich seit 3 Tagen Kopfschmerzen habe und zweitens damit ich jemanden habe der nicht ausschließlich von Tabletten überzeut ist, denn ich bin es nicht und auch weil ich im Falle des Falles, falls ich meine DA im Oktober wieder nicht habe jemanden brauche der mich unterstützt und nicht das Attestschreiben nur mit Widerwillen hergibt.
Für mich wären all die Studienjahre dann umsonst :( und ich hätte keine Chance mehr das Studium abzuschließen.

Mein Studium an der FH war auch zeitweise von Depression geprägt, da ich damals mit meinem Ex-Freund in der gleichen Klasse saß an dem ich noch sehr hang. Das hab ich durchgestanden. Und natürlich war mir auch meine konfuse Arbeitsweise und "Verschieben so lang es geht-Technik" oft anstrengend, aber ich hab alles geschafft in den vorgeschriebenen Zeiten.

Für die DA hätt ich mir schon des öfteren eine Sekretärin gewünscht aber die kann ich mir nicht leisten.

Bin ohnehin ständig im Minus :) trotz immer wieder erkämpften Überweisungen meiner Eltern.

Könnt auch einen Job suchen für 1-2Tage pro Woche; schau auch öfter wegen einer Stelle, aber anrufen, so weit kommts nicht.

Wohne in Wien, wo scheinbar fast keiner ADS hat, denn hier schreibt beinahe niemand rein ;)

Liebe Grüße,

Julia
Mitglied
Registriert: Feb 2007
Beiträge: 24
Hab vergessen zu erwähnen.

Gehe 1x die Woche zur Psychotherapie und 1x die Woche zur Diplomandengruppe, wo andere junge Frauen sitzen bei denen auch nix wietergeht.

Warum ich noch zögere bei der anderen Ärztin und dem ADS Coach sind die Kosten.
Mitglied
Registriert: Feb 2007
Beiträge: 24
bzw. weil ich immer hoffe und mir vornehme das selbst zu schaffen
Mitglied
Registriert: Feb 2007
Beiträge: 24
und noch was ich noch vielleicht erwähnen sollte ist;
Meine ersten Depressionen bekam ich nicht wegen meiner Schwierigkeiten durch ADS, sondern durch die hohen Ansprüche meiner Eltern und das ich von meinem Vater geschlagen wurde weil ich "nicht gut genug" war.
Er projeziert seine eigenen Ängste & co auch heute noch auf mich und beschimpft mich wenn ich an Gewicht zunehme, denn er selbst war mal Leitungssportler und jetzt ist er ausgesprochen dick, schon seit Jahren und er hat sich vermutlich darüber all die Jahre gekränkt; & er wurde deshalb sicher auch verspottet.

Aber ich kann nix dafür, ich ärgere mich höchstens selbst wenn ich mich zu dick finde mit 80kg bei 170cm Körpergröße, obwohl ich finde, dass ich troztdem noch ziemlich gut aussehe.
Gewichtsschwankungen hatte ich schon öfter. immer zw. 60-80 kg. Jetzt ists halt wieder oben.
Wärend des Studiums hab ich schon 2x 20 kg rauf und wieder runter gebracht ohne sonderliche Aufwendungen. Wenn ich Abends bzw. Nachts esse nehme ich zu.

So, jetzt spile ich aber nimmer Inspektor Columbo, der immer "noch eine Kleinigkeit" zu erwähnen hat. :)
Könnte endlos so weiter machen :)
Mitglied
Registriert: Feb 2007
Beiträge: 10
Ort: Kufstein
Hallo Julia!

So, jetzt sollte ich etwas munterer sein... ;)

Das mit den ewigen Ergänzungen kenne ich gut! *grins!* Man drückt OK, und im selben Moment schießt einem der nächste Gedanke in den Kopf, der unbedingt noch mitgeteilt werden will!
Falls der Forumsbetreiber mitliest: Ein ADS-Forum ohne "Edit"-Button ist "tragisch" unvollständig! :D

Liebe Julia, ich hoffe, Du liest noch weiter, wenn ich jetzt geradeheraus zugebe: Ich bin auch FÜR die Medikamente. Ich denke, Dir ist klar, dass ich keinerlei kommerzielle Ziele verfolge. Ich bin Hausfrau und weder verwandt noch verschwägert mit irgendjemandem in der Pharmaindustrie. ;)
Das Folgende ist meine persönliche Meinung, und Du kannst mir vertrauen oder nicht. Ich meine es aber bestimmt nicht schlecht, mit Dir!

Also: Ich habe gerade den Artikel, zu dem Dein Link führt, teils gelesen, teils überflogen, und mir ist das kalte Grausen gekommen. Besonders bei dem Absatz: "Immer mehr Eltern versagen in ihrer Erziehung..."
Die Einstellung, die hinter diesem Artikel steht, ist mir leider wohlbekannt, und sie verursacht unzähligen Menschen großen Kummer! Dahinter steht eine Lobby, die sich aus verschiedenen Motiven das Ziel aufs Banner geheftet hat, die ADS-Medikamente in Verruf zu bringen.

Teilweise aus falsch verstandenem Idealismus, gepaart mit mangelnder Informiertheit, teilweise aus Profitgier, um sich ihre Klientel für sündteure Wundermittelchen und Psycho-Seminare zu sichern. (Ich weiß, dass das reichlich paranoid klingt - ist natürlich Deine Sache, wem Du glaubst...)

Im Frankfurter Forum kannst Du viele finden, die Unsummen in alternative Methoden gesteckt haben - alles ohne Erfolg. Kaum jemand macht es sich einfach, seinem Kind Medis zu geben, die auf der BTM-Liste stehen. Aber es ist die wirksamste Hilfe für die Kinder. Andere Therapien (Ergo-, Verhaltens- und sonstige) sprechen auch nur mit Hilfe der Stimulanzien wirksam an.

Jedenfalls verunsichern solche Aussagen, wie in dem Artikel, hilfesuchende Eltern, die sich verzweifelt bemühen, ihren Kindern zu helfen, ganz schlimm. Teils, wenn sie versuchen, sich direkt zu informieren, teils - und das wirkt sich noch schlimmer aus -, wenn mehr oder weniger wohlmeinende Freunde so etwas aufschnappen und unreflektiert nachbeten.

Dadurch geraten die Eltern und damit die ganze betroffene Familie zusätzlich unter Druck, und die Familie läuft - noch mehr als ohnehin schon - Gefahr, auseinanderzubrechen.

Wenn das stimmt, was im ersten Absatz steht, dann ist das schlicht und einfach Missbrauch von Ritalin, und gegen die Schule sollten rechtliche Schritte unternommen werden.

Der zweite Absatz ist aber ganz klar gelogen.
Ich habe schon hunderte von Erfahrungsberichten gelesen. Auch einige über inzwischen erwachsene ADSler, die als Kinder MPH bekommen haben.
Nie hat sich herausgestellt, dass das Langzeitgedächtnis negativ beeinflusst wird!

Puh! Wie bekomme ich nur ein System in all das, was ich Dir gerne erklären möchte?!

Zu der Sache mit "jeder Dritte scheint ADS zu haben": Inzwischen gibt es Vermutungen, dass bis zu 12% der Menschen diese Veranlagung haben. Es wird deshalb zunehmend von einer "Genetischen Normvariante" gesprochen. Ob sich daraus eine STÖRUNG entwickelt, hängt von deren Ausprägung und vom Umfeld des Betroffenen ab.

Dass rund um Dich die Häufigkeit noch größer zu sein scheint, kann erstens damit zusammenhängen, dass Du für das Thema sensibilisiert bist (so, wie eine Schwangere plötzlich nur noch werdende Mamis und Babys rundherum sieht ;) ), und zweitens damit, dass sich ADSler - wie bereits erwähnt - gegenseitig anziehen. Oder - ein bisserl übertrieben gesagt - nur ein ADSler versteht, wie der andere tickt, und hält es mit ihm aus.

Ich weiß nicht, ob folgende Theorie zutrifft, aber ich finde es zumindest einen interessanten Denkansatz: Nämlich, dass die ADSler die Nachfahren der frühzeitlichen Jäger sind. In unserer modernen Gesellschaft entspricht deren Art, Reize aufzunehmen und zu verarbeiten, aber immer weniger den allgemeinen Anforderungen.
ADSler merken - mehr oder weniger deutlich -, dass sie "nicht hierherpassen". Daraus entsteht Verunsicherung und Frust, wodurch die Symptomatik wieder verstärkt wird. Viele landen dadurch in einer Negativ-Spirale.

Sprung zum nächsten Thema: Wie sich Dein Vater verhalten hat und noch verhält, ist schlimm. Mir fällt dazu aber ein, dass die ADS-Veranlagung ja vererbt wird, und deshalb die Möglichkeit besteht, dass er selbst betroffen ist. Dann resultiert sein Fehlverhalten vielleicht aus einem schmerzlichen Unvermögen.

- Soll jetzt nicht heißen, dass ADS eine ENTSCHULDIGUNG ist, aber es ist eine ERKLÄRUNG für viele Fälle, in denen man trotz aller Bemühungen immer wieder versagt - so, wie es Dir mit der Fertigstellung Deiner Diplomarbeit geht - kenne ich übrigens auch zur Genüge!

Übrigens - ich finde auch, dass es das Wichtigste ist, dass Du Dich in Deiner Haut wohlfühlst. Dein Vater hat kein Recht, Dich wegen Deiner Figur zu beschimpfen.

Dass Du so lästige Kopfschmerzen hast, tut mir sehr Leid. Das kommt als Nebenwirkung immer wieder mal vor, aber normalerweise nur in der ersten Zeit. Du hast mit einer relativ niedrigen Dosierung begonnen, deshalb halte ich Überdosierung für eher unwahrscheinlich, allerdings wird in dem Buch von R. Spallek ein Fall beschrieben, in dem eine Frau nur 5mg pro Tag (!) als ideale Dosis für sich fand. Erwachsene brauchen oft deutlich weniger als Kinder.

Bei mir passt die Wirkung auch nicht ideal. Ich habe zuerst Ritalin bekommen (Beginn Jan. d. Jahres), und jetzt Concerta. Ich habe wenig Nebenwirkungen - anfangs etwas erhöhten Blutdruck, aber das hat mein Körper gelernt auszugleichen, fallweise ein wenig Kopfschmerzen oder ein unangenehmes Gefühl im Bauch, an manchen Tagen erhöhte Gereiztheit beim Nachlassen der Wirkung. Ich merke leider auch nicht, dass meine Konzentration besser wäre.

Deshalb werde ich demnächst mit meiner Neurologin sprechen, ob es Sinn macht, Amphetaminsaft zu probieren. Manche Erwachsene sprechen auch besser auf bestimmte Antidepressiva an. Jeder ist da ein wenig anders "gestrickt". Mal sehen...

Ich finde, es hat nicht viel Sinn, weiterhin Ritalin zu nehmen, wenn Du dem Medikament so negativ gegenüberstehst. Es gibt auch so etwas, wie einen "negativen Placebo-Effekt", wenn Du verstehst, was ich meine.

Wenn Du nach all dem noch wissen willst, was mein Rat für Dich wäre ;) , - informiere Dich noch weiter (zum Beispiel auf der Deutschen ADS-Seite, zu der ich Dir den Link gegeben habe), und wenn Du bei Deiner Einstellung bleibst, versuche, einen anderen Psychiater zu finden! Es gibt immer noch genug, die auch nichts von Ritalin & Co. halten.

So, ich denke, für heute habe ich Deine Geduld genug strapaziert.
Zum Schluss noch ein Link zu einem - meiner Meinung nach - herzerwärmenden Beitrag zum Thema: die Eltern wollen ihre Kinder nur ruhig stellen:
http://forum.mysnip.de/read.php?2306,1130315,1131267#msg-1131267

Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du den richtigen Weg für Dich findest.
Wenn Du den Nerv noch hast, beantworte ich Dir gern noch weitere Fragen.

Liebe Grüße!

Agnes
Mitglied
Registriert: Feb 2007
Beiträge: 10
Ort: Kufstein
Hallo Julia!

ich finde es schade, dass Du auf meinen Beitrag nicht reagierst.
Ich würde gerne wissen, wie er bei Dir angekommen ist - ich habe mich jedenfalls sehr bemüht.
Und wenn Du findest, dass es Mist ist, dann gib mir bitte auch diesbezüglich ein kurzes Feedback, damit ich weiß, woran ich bin...
Außerdem interessiert es mich, wie es Dir inzwischen geht: Ob Du noch Medis nimmst, und - wenn ja - ob Du noch mit Nebenwirkungen zu kämpfen hast.

Liebe Grüße!

Agnes

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