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Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätsstörungen

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vorschulische Diagnose

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Registriert: Nov 2006
Beiträge: 2
Hallo

Meist fällt doch ADS schon im Kindergarten oder früher auf. Stimmt es, dass es erst in der Schulzeit diagnostiziert werden darf? Warum ist das so. Ist es in unserem leistungsorientiertem Leben so, dass erst nicht erbrachte schulische Leistungen eine Diagnose erfordern?
Man könnte doch auch vor der Schule schon so viel tun um den Kindern der Schuleintritt zu erleichtern.

Schöne Grüße
Bettina
www.wahrnehmen.at
Mitglied
Registriert: Feb 2008
Beiträge: 7
Ort: Walpersbach bei Wiener Neustadt
Liebe Bettina!

Mein Sohn ist wie schon beim Thema Sport jetzt 6 Jahre alt und kommt im September in die Schule.

ADHS fällt schon früher auf, nur ist das Problem das die meisten glauben das Kind ist nur ein bisschen aufgeweckter. Selbstverständlich kann man die Diagnose schon vorher diagnostizieren.

Ich laufe seit ungefähr Sommer 2005 von einem Arzt zum anderen um herauszufinden was er hat und ob er ADHS hat. Im Oktober 2007 bekam ich dann endlich Antwort. Und seit November 2007 bekommt er sogar Ritalin, da der Arzt sogar meinte, dass es ohne gar nicht geht.

Seit ihm mit dem Ritalin geholfen wurde habe ich nicht mehr so große Angst vor dem Schuleintritt. Abgesehen davon habe ich mit seiner Lehrerin bei der Schulanmeldung gesprochen und sie hat mir gesagt ich brauche mir keine Sorgen machen, da sie eine "Ausbildung" in ADHS hat.

Wie gesagt man kann natürlich VOR Schuleintritt feststellen, ob ein Kind ADHS hat oder nicht.
Mitglied
Registriert: Sep 2008
Beiträge: 6
Ort: Innsbruck, Österreich
Ad Mouchette:

Das stimmt so nicht.

Wann ADHS diagnostiziert werden "darf", darüber gibt es keine Regeln. Es gibt die Empfehlung in DSM-IV, daß ADHS erst ab dem dritten Lebensjahr diagnostiziert werden sollte. Und zwar aus dem einfachen Grund, daß die Diagnose in einem früheren Alter einfach nicht sicher genug gestellt werden kann.

Also in etwa so, wie es auch keinen Sinn macht, Alterssichtigkeit in der Pubertät zu diagnostizieren. Weils einfach zu früh ist und die Symptome etc. zu uneindeutig.

Zweitens gibt es die Empfehlung, daß die medikamentöse Behandlung mit Stimulatien wie Methylphenidat (zB in Ritalin, Concerta) erst mit dem sechsten Lebensjahr beginnen sollte. Allerdings ist das auch nicht mehr der aktuelle Stand, soweit ich weiß.

Der Grund dafür liegt/lag darin, daß man lange Zeit einfach nicht genau genug wußte, wie sich Stimulantien bei Kleinkindern auswirken. Soweit mir bekannt ist, gibt es diese Altersgrenze mit sechs Jahren immer noch, nur ist sie heutzutage aufgrund des besseren Wissens etwas "durchlässiger".

Drittens erfordern nicht erst die nicht erbrachten Schulleistungen eine Diagnose, Therapie etc. In der Schule ist das Umfeld aber stärker durch Regeln bestimmt und stärker kontrolliert als zuhause, und es wird eine "Arbeitsleistung" im weitesten Sinn verlangt.
Und genau unter diesen Umständen macht sich eine ADHS vielleicht erst richtig bemerkbar, weil sie erst da "störend" wirkt. Kann aber durchaus auch schon im Kindergarten sein.

Erforderlich ist eine Diagnose jedenfalls nicht wegen "unserer bösen leistungsorientierten Gesellschaft", sondern wegen der Probleme, die ein undiagnostizierter und nicht adäquat behandelter ADHSler in allen Bereichen seines Lebens hat und die oft vermeidbar wären.
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"Life is too important to be taken seriously."
- Oscar Wilde

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