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Unser Sohn hat ADHS - sehr lange - Bin hier neu!

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Registriert: May 2009
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Hallo liebe Leute,

ich bin neu hier in diesem Forum!

Kurz zu unserer Geschichte:
Mein Sohn war als Baby unkompliziert und ein Mamakind
mit dem Kindergarten (er ging mit ca. 20 Monaten) kam er in den Kindergarten, allerdings war ich noch zu Hause da unsere Tochter gerade zur Welt kam. Ich gab ihn damals so früh in den Kindergarten, da er angemeldet war und ich dachte mir dann kann ich die Zeit mit unserer Tochter auch besser geniessen und ich gehöre ihr dann ganz alleine - heute sehe ich das als Fehler. Die Trennung war furchtbar für ihn und auch für mich. Als er mit 3 Jahren in die Gruppe für die Größeren wechselte war es wieder furchtbar. Noch dazu kam ich mit der neuen Kingergärtnerin nicht so toll aus und fand mit ihr keinen Weg Gespräche zuführen, jedesmal wieder wenn unser Sohn weinte und nach mir schrie - war es für uns beide die Hölle!
Nochdazu war es so, dass er nicht zu Mittag schlafen wollte und beim Sitzkreis nicht mitspielen wollte, das war für die Kindergärtnerin ein Problem, sowie mir auch Kinder entgegenkamen und sagten : Das ist Mama vom Luca - der haut mich immer.
Gespräche mit der Kindergärtnerin brachten gar nichts, wie gesagt - ich/und mein Mann (der hat es dann auch probiert) konnten mit ihr gar nicht sprechen.
Dann ergab sich dass ich wieder in meinen Beruf zurückkehren konnte und da hatten wir einen tollen Betriebskindergarten, also wechselten wir Kindergarten, aber auch dort schon nach kurzer Zeit, hatten wir ein Gespräch mit (diesmal sehr bemühten!!!) Betreuerinnen, die uns sagten das Lukas auffällig sei im Verhalten, sie boten uns an einen Familientherapeuten hinzuzuziehen. Natürlich nahmen wir dieses Angebot an.
Wir gingen dann mit Luca zu einer Ergotherapie und danach zu einem ergoth. Klettern, aber es änderte sich nichts! Durch Freundinnen hatte ich eine Empfehlung zu Ulla Kiesling erhalten wo wir die sensorische Integrationstheraphie besuchten, Ulla empfahl uns Tomatis zu machen. Wir flogen 14 Tage nach Hamburg der Erfolg war gigantisch und nach 6 Wochen fuhren wir abermals nach Hamburg, leider war beim 2x eher das Gegenteil der Fall und das 3x machten wir dann in Krems wieder 10 Tage. Mit der sens. Integration hörten wir auf, weil ich bei Luca keine Erfolge sah und die Zeit drängte da ja bald sein Schulbeginn nahte. Ausserdem dachte ich mir mal ihm seine Ruhe zu geben - weil er halt nie zur Ruhe kam.
Im Kindergarten machte er nie bei den Vorschulaktivitäten/übungen mit und war auch nicht dazu zu bewegen.
Dann kam der Schuleintritt und Anfangs schien alles gut (in der Klasse sind nur 11 Kinder ). Mit der Lehrerin hatten/haben wir einen sehr guten Draht (ich hoffe das bleibt so). Und Luca brachte sehr oft unvollständige Schularbeiten in der Nachmittagsbetreuung macht er seine Aufgaben langsam und unvollständig.....
Er geht während der Stunden oft auf die Toilette und kommt nicht zurück in die klasse, die Lehrerin muß ihn dann im Schulgebäude suchen, er macht in den Stunden wenig/bis gar nicht mit......er ist aber sehr schlau, zuerst tippten alle auf eine Hochintellegenz
Tja und dann holte die Lehrerin eine Sonderpädagogin (auch mit dieser Dame haben wir sehr guten Kontakt). Diese empfahl uns eine Psychologin aufzusuchen, was wir auch sofort machten - mit dem Resultat ADHS.
Ein Schock!!!!!!!!!!!
Oft wenn ich im Fernsehen ADHS Kinder gesehen habe dachte ich mir was für ein Horror!!
Und dann wir? Und warum wir?
Mein Mann hat auch ADHS und nahm als Kind auch Ritalin, ich wusste es - hab mich aber nie damit beschäftigt (dachte mir immer die Schwiemu spinnt!!), weil ich auch bis jetzt nicht wusste dass das zu hoher Wahrscheinlichkeit genetisch vererbbar ist, und so wie es aussieht hab auch ich ADS.
Also ist unser Kind doppelt belastet
Für mich war und wird unser Kind nie ein Problem sein, ich bin mit ihm gewachsen und für mich war er halt immer ein Lauser der viel zappelt - ein Liebenswerter!! Aber er war und ist nicht aggresiv!
Er rempelt oft andere Kinder, aber nicht bewusst, aber wie erklärst Du das Betroffenen??
Er macht das nicht bösartig, und er bekommt das oft nichtmals mit, dass er dem anderen Kind weh getan hat.
Ich bin und war eine Mutter die auch nur im äußersten Notfall mit Medikamenten auftanzte und dann sagte die Psychologin, für Luca wäre es besser wenn er eine Medikation bekommt, da er noch dazu wahnsinnig sensibel ist und er beginnt sich in sein Schneckenhaus zurückzuziehen, weil er natürlich auch schon mitbekommt dass er anders ist und er sich wahnsinnig bemüht dem zu entsprechen was wir gerne hätten und durch ADHS nicht schafft und es für ihn einen wahnsinnige Anstrengung ist nicht zu Versagen.
Schweren Herzens und mit vielen Zusprüchen haben wir uns nun doch entschlossen zu einem Psychiater zu gehen und mal abzuklären ob er definitiv Medikamente benötigt.
Da waren wir nun im März (im KH Tulln - ambulant) und er bekam ab sofort Ritalin 5mg 3x am Tag eine halbe Tablette. Also gesamt am Tag verteilt 15 mg.
Glücklich bin ich nicht darüber und als totaler Medikamentenhasser noch dazu, aber es wurde mir gesagt - es ist für Luca das Beste
In der Schule bekommt er ab September eine Zweitlehrerin (Sonderpäd. Förderung), leider werden auch wahrscheinlich die beiden ersten Klassen zusammengelegt d.h. sie sind dann ca. 25 Kinder in der Klasse :-(
Jetzt bin ich noch am Überlegen ob ich noch eine Verhaltenstherapie oder ähnliches machen soll??
Lukas geht 2x die Woche zum Fussball und 1x die Woche Reiten.
Und ich gehe ab Mai nur mehr bis 14h arbeiten (zum Glück geht das) und verbringe mehr Zeit mit ihm und auch mit Chiara (Schwester) - die natürlich auch unter sieser Situation leidet.

Mit der Betreuung vom KH Tulln bin ich nicht sehr glücklich - leider- anfangs hat mir die Ärztin nur gesagt:

½ Ritalin morgens
½ Ritalin mittags
½ Ritalin abends

Ohne Zeitangaben

Die Erste (Ich habe für uns entschieden) – kurz vor der Schule – also 7:45
Die Zweite vor der Nachmittagsbetreung als (HÜ machen) ist bei uns in der Schule so gegen 13h.
Die Dritte wenn ich Heim komme so gegen 17h.

Ich erhielt keineprofessionelle Info von der Ärztin, allerdings haben die
ersten zwei Wochen sehr gut funktioniert, außer das Einschlafen am Abend halt (vor 22h war kein Einschlafen möglich),dann war Kontrolltermin.

Mein Mann ging alleine zur Ärztin, ich gab ihm eine Liste mit Fragen mit und war waren verwirrter als vorher.
Sie sagte dann die Wirkung des Ritalins dauert ca. 4 Std. d.h. wir müssen ihm
eine Halbe (5mg) um 7h
eine Halbe um 11h
und eine Halbe um 15h geben.

Tja das ist seit diesen Montag und die Lehrerin die wirklich sehr bemüht ist, hat gesagt es ist wie vorher (also ohne Ritalin) *Jammer*

Ich weiß das es sehr schwierig ist einzustellen, aber da bekomme ich nun eine Krise, weil mir schon das Herz schwer ist meinem Sohnemann überhaupt Ritalin zu geben und dann das!!!

Heute hatten wir Kontrolltermin ab sofort muß Luca folgende Indikation nehmen:
er bekommt in der Früh 1 ganze Tablette d.h. 10mg (ich gebe sie ihm jetzt immer um 7:30)
dann um 11:30 wieder eine Ganze (10mg) - bekommt er in der Schule
und um 15:30 eine Halbe (5mg) - bekommt er von mir

Wir haben auch schon eine andere Psychaterin - allerdings habe ich dort erst einen Termin im Juli erhalten :'( und bis dahin sollen wir ins KH weitergehen.

In 2 Wochen haben wir wieder Kontrolltermin.

Bin heute ganz schön traurig und hoffe dass alles bald wieder gut wird!

Ganz liebe Grüße
Glöckchen
Mitglied
Registriert: Dec 2008
Beiträge: 47
Hallo,ich sehe viele Ähnlichkeiten zu meinem Sohn.Es fing allerdings schon seit der Geburt an,das er sehr unruhig war.Damals glaubten wir das es durch die Herzkrankheit war.(1.Herz-Op mit 5 Tagen).Doch es zog sich durch die ganzen Lebensjahre bis heute,er ist 11,5 Jahre alt durch.Er erkannte keine Gefahr,ging immer über die Grenzen,hatte Probleme mit Gleichaltrigen und brauchte sehr viel Aufmerksamkeit(die holte er sich rund um die Uhr),machte sehr viele Gefährliche Sachen z.B.auf die Straße laufen,immer weglaufen,überall runterspringen,alle möglichen Sachen in den Mund stecken und essen( Blumen,Würmer usw.)Ich musste auch arbeiten und gab ihn mit 1 Jahr zu einer Tagesmutter( die ihn gut kannte)da musst du dir sicher keinen Vorwurf machen,das schadet meiner Meinung einem Kind nicht.Ich habe mit Samuel alles von Psychologin,Musiktherapie,Ergotherapie,div. Vereine(überall rausgeflogen) durch.Im Kindergarten wie in der Schule spitzte sich das ganze so zu,das mein Sohn mittlerweile zum Schulverweigerer wurde und überhaupt keinen Spass mehr daran hat.Obwohl er anfangs wirklich gerne ging.Die Vokschulzeit war mit viel Mühe durchgestanden.Jetzt in der Hauptschule ist es ganz schlimm, er merkt selbst das er einfach nicht mitkommt .Wir haben seit Dez. mit Medis begonnen,zuerst hatten wir Ritalin versucht,ging überhaupt nicht,danach Strattera,was sich jetzt seit er es nicht mehr nimmt,herausstellt da es doch etwas geholfen hat.Nicht bei der Aufmerksamkeit oder der Konzentration,aber bei der Motorischen Unruhe und dem Chaosverhalten schon. Wir mussten es absetzen,da mein Sohn aus dem Fenster springen wollte.Jetzt kommt er am Mittwoch in ein Heilpädagogisches Institut und dort wird er Ganzheitlich abgeklärt und vor allem bin ich froh das wir durchschnaufen können und mein Sohn vom Leistungsdruck herausgenommen wird.Es wird sicher wieder eine Medikation passieren,aber stationär.Darüber bin ich sehr froh,da ich jetzt den Unterschied sehe.Ich habe mich auch lange gesträubt,aber wenn es ADHS ist dann fehlt ja was im Neurotransmittersystem und wenn etwas fehlt kann es nicht richtig funktionieren.Eine unbehandelte ADHS kann meiner Meinung viel mehr anrichten,das sehe ich jetzt bei meinem Sohn .Soziale Isolation,in der Schule so gut wie nie ein Erfolgserlebnis,zu Hause nur Stress und Chaos,gemeinsam einen schönen Ausflug machen oder beim Abendessen eine gewisse Harmonie,ich kenne das gar nicht mehr.Natürlich glaube ich nicht das Medis alles abdecken aber doch einen Teil für das Kind ,damit es sich besser spüren kann und auch etwas ankommt.Ich denke dein Kind ist um einiges jünger und damit ist es auch noch ein bißchen leichter,je mehr Zeit vergeht desto schwieriger wird es,das sehe ich jetzt bei meinem Sohn.Ich hoffe ihr werdet für euch und euer Kind die richtige Hilfe bekommen. Ich habe mit meinem Sohn und meiner Tochter eine Familientherapie gemacht ist zugleich auch eine ampulante Vorbetreuung ,das hat uns allen sehr geholfen,besonders die schwierigen Alltagsstrukturen und Grenzen zu erarbeiten,wie auch das Verständnis zu erlangen,er macht das nicht extra.Ich konnte das kaum mehr auseinanderhalten.Den Alltag zu meistern ist nach wie vor eine große Herausforderung,aber ich weiß jetzt einige Strategien womit es erleichtert wird,für uns alle.L.G.
Mitglied
Registriert: May 2009
Beiträge: 16
Ich möchte dir nur sagen dass du auf jedenfall das richtige tust. Unbehandelt kann das traurig ausgehen.

Ich hab mich zwar so irgendwie durchs Gymnasium/Matura durchgewunden (natürlich nie gelernt oder aufgaben oder ähnliches gemacht.. ) aber dann beim Studium (und da hatte ich doch Potential, hab ich noch immer) bin ich einfach total abgestürzt, hab nichts hinbekommen, hab jahre damit verbracht mich zu hause zu verkrichen, kiffen, usw. Bin nicht weitergekommen...

Dann wird man vom AMS in Kurse mit Leuten zusammengesetzt die gerade die Pflichtschule mit Müh und Not schaffen und intellektuelle Fähigkeiten eines Toastbrots aufweisen. Das ist dann wirklich traurig wenn das AMS will dass man eine zb Schuhverkäuferlehre macht..
Habe immer mehr Schulden angehäuft, weil ich eben kein Einkommen aber verrecken will ich ja auch nicht.. tja so gings dahin.
Nun werd ich exekutiert, hab doch einige Schulden aber wenigstens wissen wir endlich was konkret los is, und das wird nun angegangen. Momentan könnt ich die Welt aus den Angeln reissen. :)

Und dieser/meiner Leidensweg ist für unerkannte ADHSler wenn man so Statistiken/Literatur liest doch recht typisch. Achja meine Depressionen & Soziophobie hab ich garnicht erwähnt. ;)

Da ist bisschen Tabletten als Kind schlucken doch das kleinere Übel.

Viel Glück.
Mitglied
Registriert: Dec 2008
Beiträge: 47
Hallo menschenfresser,habe erst jetzt deine Nachricht gelesen.Wie läuft die Abklärung im Erwachsenenalter ab.Ich vermute,das ich auch Betroffene bin (seit der Abklärung meines Sohnes habe ich mich mit mir auch außeinandergesetzt.)Für meine Mutter war ich ein unmögliches Kind,so wurde ich in eine Klosterschule mit Halbinternat gesteckt.Damit sie sich von mir erholen konnte.Ab meinem ca.17.Lebensjahr hatte ich immer wieder Panikattakken und Depressionen.Seit ca. 3 Jahren nehme ich Medikamente (Antidepressiva),die ich immer wieder absetze,da sie doch mit Nebenwirkungen verbunden sind,eine davon ist die Antriebslosigkeit was für mich die unerträglichste Form ist.Darum hätte ich gerne Auskunft wie so eine Abklärung im Erwachsenenalter vor sich geht.L.G.Nelly
Mitglied
Registriert: May 2009
Beiträge: 3
Hallo Glöckchen,
wie geht es euch mittlerweile?

Bei meinen Kindern, 7, wurde ADHS in Mai/Juni diagnostiziert, sie nehmen keine Medikamente. Die schulischen Probleme waren im Vorjahr schon schlimmer, was jedoch auch die verzögerte Schulreife war. Nun nochmals die 1. Klasse, klappt es besser. Ergotherapie hatten wir im Sommer, ist aber nicht so notwendig. Psychotherapie mache ich weiterhin. ADHS Spezialisten und Ärzte sind schwer zu finden und finanziell auch schwer leistbar.

lg marion

Seite: 1

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